Blacksafe Team erläuft Gold bei Fjällräven Classic

August 2011 - Blacksafe Team erläuft Gold bei Fjällräven Classic

Eine fixe Idee wurde in die Tat umgesetzt: die Teilnahme an der Fjällräven Classic, einer Trekking Tour durch Nordschweden. Das vierköpfige Black Safe Team startet die 110 km lange Tour über den berühmten Kungsleden im Norden Schwedens am 6. August 2011 um 16:00 Uhr in Nikkaluokta bei sonnigem Wetter...

Tag 1: mit Bussen werden wir von Kiruna, wo wir uns mit Trekkingessen und Gaskartuschen ausstatten, nach Nikkaluokta gefahren. An der dortigen Fjällstation ist der Startbereich aufgebaut. Es herrscht eine seltsame, mit positiver Energie geladene Stimmung und es liegt ein wenig Ungeduld in der Luft. Endlich werden wir um 16 Uhr mit samischem Gesang auf den Weg geschickt. Mit Rucksäcken zwischen 8 und 22 kg schwer, dem mittlerweile eingesetzten Regen, Wind und Wetter trotzend, wandern wir mit kurzem Zwischenstop bei LapDånald's am Ufer des Ladtjojaure bis zur Fjällstation am Kebnekaise, Schwedens höchstem Berg. Nachdem die Stempel in die Wanderpässe gedrückt wurden, wandern wir noch ein Stückchen weiter. Nach 22 km beschließen wir, unsere Zelte auf einer kleinen Anhöhe mit nahegelegenem Gebirgsbachwasseranschluss aufzuschlagen.

Tag 2: nachts hatte es geregnet. Mäßig erfreut über die nassen Zelte begeben wir uns im Gänsemarsch - mit etlichen anderen der insgesamt 2000 Teilnehmer - bis kurz vor den Tjäktja Pass. Die ersten Teilnehmer klagen bereits über Blasen an den Füßen und tapen bei vor Kälte sichtbarem Atem ihre Zehen und Fersen ab. Von leckerem Rentier-Fladenbrot gestärkt laufen wir weiter. Wohl auch, damit uns wieder warm wird. Die kurze Sonnenzeit an diesem Tag wird voll ausgekostet: wir legen eine größere Rast ein, genießen die Sonnenstrahlen und trocknen unsere Zelte. Nach etwa 30 km und einem süßen Nachtisch an der Sälka Station haben wir endlich ein Fleckchen Fjäll gefunden, an dem wir die Textilunterkünfte aufbauen.

Tag 3: der Pass ist gar nicht so hoch, wie von einigen Teammitgliedern erwartet. So müssen wir keine 1000 Höhenmeter überwinden, sondern lediglich auf 1140 Meter ü.N.N. aufsteigen - von etwa 800 Metern ü.N.N.. Im Anschluss an einen Plumpsklobesuch auf der Passhöhe sowie dem Fund eines dort oben versteckten Geocaches bewältigen wir die Querung einer Steinwüste. Über die mit einer Sauna ausgestattete Fjällstation Alesjaure laufen wir etliche Kilometer durch die morastige Vegetation entlang des Alesjavri Sees. Zwischen momentan ungenutzten Rentiergattern und leckeren, aber seltenen Moltebeeren entsteht eine kleine Diskussion um die Beschaffenheit der Oberfläche, auf der wir uns zur Ruhe legen. Die Diskussion verebbt am letzten Schlafplatz dieser Tour nach 25 Tageskilometern.

Tag 4: wir haben nur noch Zeit bis 16:00 Uhr, um Goldmedaillen unser eigen nennen zu dürfen. Früh stehen wir auf und freuen uns sowohl auf den Zieleinlauf, aber auch auf die Blaubeerpfannkuchen, von denen erfahrene Teilnehmer sprechen. Den leckeren "Morötter Kaka" von der Sälka Station haben wir noch gut im Gedächtnis. Wir passieren den Berg Kieron, der ein Heiliger Berg ist und "Moorhuhn" auf Samisch heißt. Nach gut 600 Höhenmetern Abstieg, feinen Blaubeerpfannkuchen und Kaffee, treffen wir immer mehr Teilnehmer unterwegs. Man merkt, es ist nicht mehr weit - zumindest rechnerisch. Mittlerweile merken wir, dass wir bereits knapp 80 km in den Beinen haben und so richtig hat kaum einer von uns noch Lust zu trekken. Nach der Durchquerung des Abisko Nationalparks blicken wir zurück auf die U-förmige Silhouette des Lapporten und werden schon fast wehmütig, als uns am Holzportal, der das Ende des Kungsleden markiert, klar wird, dass unser Abenteuer schon fast zu Ende ist. Unter Applaus der Teilnehmer, die bereits vor uns angekommen sind, laufen wir im Ziel ein. Wir kämpfen damit, nicht sentimental zu werden, als uns Magnus empfängt. Mit Handschlag, einem leckeren Getränk und herzlichen Worten. Man kommt sich vor wie ein Gewinner. Mit flauen Mägen nehmen wir unsere Goldmedallien in Empfang. Jetzt wollen wir nur noch ein deutsches Bier, einen Rentierdöner, die Wanderstiefel ausziehen und uns selbst und die anderen Teilnehmer feiern.

Nach 70 Stunden konnte das Black Safe Team mit Stolz sagen: was für eine Tour!

Lilly 7.10.2011

 Das Team (li-re) Eric, Lilly, Anna und Mario